Sporthallensanierungskonzept in Hürth, ein Verfahren voller Wendungen und wachsender Irritationen
Die Diskussion um das Sporthallensanierungskonzept in Hürth erreichte am 18. März 2026 im Ausschuss für Bildung einen neuen Höhepunkt. Die Verwaltung musste einräumen, dass zentrale Aussagen zur Abstimmung mit dem Albert Schweitzer Gymnasium nicht zutreffen. Die erneute Kehrtwende sorgt für Unruhe. Dabei stellt sich die Frage, wie verlässlich dieses Verfahren überhaupt noch ist.
Ein Konzept, das immer wieder kippt
Seit Monaten ringt die Stadt Hürth um ein tragfähiges Konzept für die Sanierung und den Neubau der Sporthallen am ASG. Die Mitteilungsvorlage der Verwaltung vom 24. Februar 2026 im Ausschuss für Planung beschreibt, dass „von den zusätzlich geforderten 10 allgemeinen Unterrichtsräumen mind. 5 im baulichen Bestand abbildbar“ seien. Weitere fünf könnte die Stadt Hürth „durch An und Umbauten […] oder durch eine modular zu errichtende Bauweise“ schaffen. Dadurch entfalle die Notwendigkeit, die neue Dreifachhalle teilweise einzugraben und zusätzliche Räume über der Halle zu errichten.
Die Verwaltung argumentiert mit Einsparungen von rund drei Millionen Euro. Dabei begründet die Verwaltung die Einsparungen, dass die alte ASG Halle saniert statt neu gebaut wird. Weiter entfällt die aufwendige Bauweise der Halle. Doch diese Darstellung erhielt im Bildungsausschuss deutliche Kritik.
Zudem verschickte die Verwaltung eine überarbeitete Vorlage kurz vor der Sitzung am 18. März. Dabei besteht entgegen früherer Aussagen kein Einvernehmen mit der Schulleitung über den Verzicht auf zusätzliche Klassenräume. Der Kölner Stadt Anzeiger berichtet, dass die Verwaltung ihre Darstellung zurückziehen musste. Weiter wurde klar, dass die Schulleitung dem nicht zugestimmt hatte. Dort heißt es, die Verwaltung habe eingeräumt, dass „mit der Schulleitung, entgegen früherer Mitteilung, kein Einvernehmen über die Schaffung neuer Klassenräume besteht.“ Spätestens an diesem Punkt wurde deutlich, dass die Lage weit ernster ist als bislang dargestellt. Das Vertrauen in den Prozess gerät erneut ins Wanken.
Schulleitung widerspricht deutlich und verweist auf dauerhaften Bedarf
Wie im Bericht der Zeitung dargestellt, betonte Schulleiter Thorsten Jürgensen Englm im Ausschuss deutlich, dass das ASG durch G9 dauerhaft elf zusätzliche Klassen und Fachräume benötige. Der Schulentwicklungsplan bestätigt diesen Bedarf. Der Pressebericht hält fest: „Darin werde festgehalten, dass das Albert Schweitzer Gymnasium durch die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) dauerhaft elf zusätzliche Klassen und Fachräume benötige.“
Wie die Verwaltung diese Räume schaffen möchte, bleibt weiterhin unklar. Selbst provisorische Lösungen im Bestand würden laut Verwaltung „mit größeren Baumaßnahmen verbunden“ sein.
Politik reagiert gereizt und kritisiert widersprüchliche Kommunikation
Die politische Reaktion fiel deutlich aus. CDU Sprecher Ulrich Klugius betonte laut Pressebericht, „wie wichtig sorgfältige Planung und ein enger Austausch mit der Schule sind.“ SPD Ratsmitglied Lennart Hensen sprach von einem „Vertrauensverlust“, der durch die widersprüchlichen Aussagen der Verwaltung entstehe.
Ausschussvorsitzende Margit Reisewitz (SPD) appellierte an das Schulamt: „Wir erwarten, dass im weiteren Prozess die berechtigte Forderung der Schule nach zusätzlichen Klassenräumen ernst genommen wird.“
Auch Fritz Laser (Linke) stellte die Frage, ob angesichts der Raumnot am ASG der Bau einer Turnhalle mit zusätzlichen Klassenräumen nicht doch die bessere Variante sei. Die Verwaltung kündigte eine ausführliche Vorlage zur nächsten Sitzung des Planungsausschusses Ende April an.
Ein Verfahren, das Vertrauen verspielt
Die wiederholten Kurswechsel der Verwaltung, erst ein nicht abgestimmter Standort, dann ein überarbeiteter Vorschlag, dann ein Rückzug des eigenen Konzepts erschütterten das Vertrauen vieler Beteiligter. Die Schulgemeinschaft fühlt sich übergangen, die Politik wirkt zunehmend irritiert. Zudem fragen sich viele Bürgerinnen und Bürger, ob die Stadt dieses Verfahren noch verlässlich steuert.
Die Verwaltung kündigte an, in der kommenden Woche erneut Gespräche mit der Schulleitung zu führen und bis Ende April eine ausführliche Vorlage vorzulegen. Doch Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch klare, abgestimmte und nachvollziehbare Entscheidungen.
Fazit und Ausblick
Hürth steht vor einer zentralen Frage: Wie gelingt es, die Bedarfe der Schulen mit den finanziellen Möglichkeiten der Stadt in Einklang zu bringen? Die Diskussion im Bildungsausschuss hat gezeigt, dass der Prozess dringend mehr Transparenz und Verlässlichkeit braucht.
Die nächste Sitzung des Planungsausschusses Ende April wird interessant sein. Dort wird sich zeigen, ob Verwaltung und Schule endlich zu einer gemeinsamen Linie finden oder ob das Sporthallensanierungskonzept erneut in eine neue Runde der Unsicherheit geht. Ich werde Euch berichten.