Über 100 Menschen in Gleuel diskutieren über die Zukunft der Schnellermaarstraße
Die Festhalle Gleuel war am 25. März sehr gut gefüllt. Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger wollten wissen, wie es mit der Schnellermaarstraße und einem Teilstück der Barbarastraße weitergeht. Daher stellte die Verwaltung die Vorentwurfsplanung vor, beantwortete Fragen und nahm viele Hinweise auf. Die offiziellen Unterlagen sind unter www.buergerbeteiligung.huerth.de einsehbar.
Was die Menschen in Gleuel bewegt
Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, wie groß der Gesprächsbedarf ist. Dabei meldeten sich viele Anwesende zu Wort, oft mit spürbarer Sorge um ihren Alltag. Ein Bürger fragte direkt, ob künftig mehr oder weniger Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Verwaltung erklärte, es „besteht die Möglichkeit, den ruhenden Verkehr zu ordnen oder wie es heute ist im Bestand zu belassen. Dabei regeln die Anwohnerinnen und Anwohner den Parkraum bei Beachtung der Verkehrsregeln unter sich.“ Gleichzeitig stellte die Verwaltung klar: „Im Endeffekt sieht die derzeit vorliegende Planung keine Ordnung des ruhenden Verkehrs vor. Daher bleibt der Parkraum erhalten.“
Doch die Stimmung im Saal zeigte: Das Thema bewegt mehrere Menschen in Gleuel. Als ein weiterer Bürger nachhakte, wie viele Parkplätze in der Kurve hinter der Bergmannstraße bleiben. Die Spannung im Saal war deutlich zu spüren. Heute passen dort ungefähr 10 Fahrzeuge hin. Die Verwaltung antwortete, dass künftig drei Parkplätze vorgesehen seien. Man habe sich diese Entscheidung „nicht leicht gemacht“, betonte sie, doch die Priorität liege klar: „Wir müssen den Fußgängern ein sicheres Angebot schaffen.“
Auch die Frage nach der verkehrsberuhigten Zone bewegte viele. Eine Bürgerin äußerte die Sorge, dass sich der Bereich verkleinern könnte. Die Verwaltung beruhigte: Der verkehrsberuhigte Bereich bleibe erhalten, weiterhin gelte Tempo 30.
Belastung durch Badesee-Verkehr: „Rettungswagen kommen nicht durch“
Immer wieder traten Menschen ans Mikrofon und fragten nach Details der Planung. Ein weiterer Bürger schilderte eindringlich die Situation an heißen Tagen rund um Gustav Freytag Straße, Kantstraße und Eichendorffstraße. Besucher des Badesees würden das Viertel zuparken, Rettungsfahrzeuge hätten kaum eine Chance durchzukommen. Die Verwaltung bestätigte das Problem. Man habe bereits Gespräche mit Ortsvorsteher, Beteiligten und Bürgerinnen und Bürgern geführt, um Lösungen zu entwickeln. Nach zwei Stunden mit vielen Fragen und Anregungen war die Bürgerinformation zu Ende.
Was die Stadt plant und wie es weitergeht
Neben den Diskussionen stellte die Verwaltung die geplanten Infrastrukturmaßnahmen vor. Dazu gehören laut Bürgerinformation:
• Leitungs und Kanalbau im Bereich der Schnellermaarstraße
• Neubau oder Ertüchtigung der Wasserversorgung inklusive Hausanschlüssen
• Leerrohrtrassen für Breitband und Glasfaser
• Erweiterung des Fernwärmenetzes
Der Baustart ist für Ende 2027 oder spätestens Anfang 2028 vorgesehen. Die Bauzeit soll rund 48 Monate betragen und in drei Abschnitten erfolgen.
Ausblick: Bürger können bis April 2026 Einfluss nehmen
Die Verwaltung machte deutlich, dass Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern ausdrücklich erwünscht sind. Bis zum 15. April 2026 können sie ihre Anregungen schriftlich einreichen, per Post oder per E Mail an die Verkehrsplanung.
Im nächsten Schritt bewertet die Verwaltung die Eingaben fachlich. Anschließend legt sie den Hürther Politikerinnen und Politikern die Ergebnisse im Ausschuss für Planung vor. Dort beraten und entscheiden die Mandatsträger, welche Anregungen in die weitere Planung einfließen.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie sehr die Menschen in Gleuel ihre Straßen, Wege und Quartiere im Blick haben. Die kommenden Monate werden zeigen, wie stark ihre Hinweise den weiteren Planungsprozess prägen.