Wenn der Verkehr zur täglichen Belastung und Gefährdung wird
Viele reden über Verkehrssicherheit, aber an der Horbeller Straße erleben die Menschen jeden Tag, wie wenig Worte wert sind, wenn keine Taten folgen. Ich möchte erzählen, warum wir hier nicht länger warten dürfen.
Manchmal beginnt ein politisches Thema nicht im Rathaus, sondern auf dem Bürgersteig. In den letzten Monaten und Jahren sprachen mich immer wieder Menschen an, entweder auf einem Straßenfest im Ortsteil, beim Gang zum Bürgerhaus oder einfach beim Überqueren der Straße. „Herr Mati, es wird immer gefährlicher für meine Kinder auf der Horbeller Straße“, sagte mir eine jüngere Frau. Ein älterer Mann erzählte mir, dass der Verkehr in den letzten Jahren stark zugenommen habe. Andere berichten von Lärm durch die vielen LKWs und Busse. Besonders in den Morgen- und Abendstunden sei die Zunahme des Verkehrs deutlich zu spüren.
Diese Stimmen beschäftigen mich. Die Menschen haben Recht. Und sie erinnern mich an einen Antrag, den ich noch als Mitglied des Stadtrates Anfang 2025 stellte. EineVerkehrszählung auf der Horbeller Straße durchzuführen, damit endlich belastbare Zahlen vorliegen. Das Land NRW muss den Abschnitt beim nächsten Lärmaktionsplan berücksichtigen. Unsere Verwaltung hat dafür Sorge zu tragen, dass das Land NRW die tatsächlichen Verkehrszahlen erhält.
Warum ich damals handelte und warum es heute noch dringlicher ist
Als ich den Antrag formulierte, war mir eines klar. Die offiziellen Zahlen des Landes NRW spiegeln nicht wider, was tatsächlich auf der Horbeller Straße passiert. Laut den vorliegenden Unterlagen ging das Land von deutlich niedrigeren Verkehrs- und LKW-Fahrten aus, als die Anwohner täglich erleben. Diese fehlerhafte Grundlage führte dazu, dass die Straße im betreffenden Abschnitt im Lärmaktionsplan keine Beachtung fand.

Ich wollte das ändern. Ich beantragte 10.000 Euro für eine eigene Verkehrszählung der Stadt Hürth, direkt auf Höhe der Deutschherrenschule. Denn mit realistischen Daten kann die Stadt Maßnahmen ergreifen und dann müssen auch der Rhein-Erft-Kreis und das Land handeln. Das wären dann Maßnahmen, die den Menschen wirklich helfen.
Doch passiert ist: nichts.
Was mich bis heute ärgert
Besonders enttäuschend war für mich, dass meine eigene Partei, die SPD Hürth, meinen Antrag nicht unterstützte. Gerade vor der Kommunalwahl hatte sie sich noch sehr offensiv als Partei der Verkehrssicherheit präsentiert und sogar Tempo 30 auf der Landesstraße L 92 n an der Stelle des tragischen Unfalls gefordert. Dabei lag nicht einmal ein Gutachten vor und die Verwaltung warnte deutlich vor voreiligen Beschlüssen. Doch ausgerechnet bei der Horbeller Straße, wo seit Jahren konkrete Probleme bestehen und wo ich bereits auf einer früheren Mitgliederversammlung eindringlich auf die Situation hingewiesen hatte, blieb jegliches Handeln der SPD Hürth aus. Mein Antrag wurde erneut nicht aufgegriffen, obwohl die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner offensichtlich ist.
Warum wir jetzt handeln müssen
Die Horbeller Straße wird in den kommenden Jahren eher stärker belastet werden. Neue Verkehrsberuhigungen in Efferen und der zunehmende Durchgangsverkehr aufgrund der Belastungen auf den umliegenden Autobahnen werden den Verkehr weiter erhöhen. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird sich die Situation für Anwohnerinnen und Anwohner weiter zuspitzen.
Eine Verkehrszählung ist kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage dafür, dass das Land NRW den Abschnitt endlich im Lärmaktionsplan berücksichtigt. Damit für Lärmschutz, Temporeduzierungen oder bauliche Maßnahmen überhaupt erst die Tür geöffnet wird.
Mein Appell
Ich schreibe diesen Bericht nicht als Mitglied des Stadtrates, sondern als Bürger, der weiterhin an dieser Stelle etwas für unsere Stadt bewegen möchte. Wir dürfen nicht warten. Wir müssen handeln. Der stark beschädigte Gartenzaun an der Ampel zeigt uns, wie schnell aus Lärm und Verkehr echte Gefahr wird. Die Menschen an der Horbeller Straße brauchen Entlastung und sie brauchen sie jetzt. Es ist Zeit, dass wir als Stadt selbst aktiv werden. Für mehr Sicherheit. Für mehr Ruhe. Für mehr Lebensqualität.