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Beseler Straße: Zwischen Verkehrschaos und Vertrauensverlust

von Saleh Mati am 15. Dezember 2025

Verkehrsgutachten, Einbahnstraßenpläne und große Versprechen – doch der Alltag auf der Beseler Straße bleibt belastend. Warum viele Hürtherinnen und Hürther das Vertrauen verlieren und konkrete Antworten erwarten.

Es ist früher Morgen auf der Beseler Straße. Autos schieben sich Stoßstange an Stoßstange vorbei, Motoren heulen auf, Autohupen durchschneiden die Luft. Menschen schauen aus den Fenstern, Kinder eilen vorsichtig zur Schule und überqueren die Straße mit wachsamer Aufmerksamkeit. Viele hier erleben diesen Zustand nicht nur gelegentlich, sondern an jedem Werktag. Die Beseler Straße ist längst kein normaler Verkehrsweg mehr, sondern ein Dauerstressfaktor mitten im eigenen Wohnumfeld.

teure Verkehrskonzepte in Zeiten knapper Haushaltskasse

Genau deshalb beschwerten sich in den vergangenen Jahren immer mehr Hürtherinnen und Hürther. Der massive Durchgangsverkehr in den Morgen- und Abendstunden durch Efferen sorgt für Lärm, Abgase und Unsicherheit. Politik und Verwaltung reagierten. CDU, SPD und Grüne beauftragten mehrere kostenintensive Verkehrsgutachten. trotz knapper Haushaltskassen. Die Erwartungen waren hoch – die Enttäuschung ebenso. Beispiele wie die geschlossene Diagonalschleuse, der gefährliche Abbiegevorgang von der Rondorfer Straße auf die Luxemburger Straße oder die kritischen Verkehrssituationen vor der Schule im Wiesengrund verdeutlichen den Frust über die zweifelhaften Ergebnisse aus den teuren Verkehrsgutachten.

vorgelegte Zwischenergebnis schien wenig zu überzeugen

Das in diesem Jahr in der Grundschule am Wiesengrund vorgestellte Zwischenergebnis der neuesten Verkehrsuntersuchung sorgte bei vielen für Ernüchterung. Das Herzstück der Pläne ist ein Einbahnstraßenkonzept, das den Durchgangsverkehr aus Efferen heraushalten soll. Auf dem Papier klingt das nach Ordnung und Steuerung, nach weniger Autos und mehr Sicherheit. In der Realität blieb für viele Zuhörerinnen und Zuhörer jedoch eine entscheidende Frage offen. Wie funktioniert das im Alltag der Menschen, die hier wohnen?

Denn so berechtigt das Ziel ist, fremden Verkehr aus dem Viertel fernzuhalten, so klar ist der Wunsch bei den Anwohnerinnen und Anwohnern. Der Weg von der Arbeit nach Hause muss weiterhin möglich bleiben. Wer in Efferen lebt, muss sein eigenes Haus erreichen können. Genau hier klafft eine Lücke zwischen Planung und gelebter Wirklichkeit.

Kaulardstraße und Horbeller Straße bereits jetzt deutlich überlastet

Viele Menschen wünschen sich daher, dass die Politik ihre Interessen stärker einbezieht. Der Stress für die Anwohnerinnen und Anwohner in den Morgen- und Abendstunden muss reduziert werden. Gleichzeitig müssen die Hürtherinnen und Hürther ihre Arbeitsplätze erreichen können. Fraglich ist jedoch, ob sich der Verkehr auf die Kaulardstraße und die Horbeller Straße verlagern lässt. Beide Straßen sind bereits heute stark überlastet. Deshalb nutzen weiterhin viele Fahrer die viel zu enge und unübersichtliche Beseler Straße.

Verlängerung der Straße in den Höhnen erneut prüfen

Ich habe wiederholt nachgefragt, ob ein Durchstich der Straße In den Höhnen zur Luxemburger Straße möglich ist und welche Kosten eine Verlängerung verursachen würde. Die zunehmende Verkehrsbelastung verleiht dieser Frage neue Aktualität. Doch Verwaltung sowie CDU, SPD und Grüne schweigen bislang.

Die Diskussion um die Beseler Straße zeigt exemplarisch, worum es in Hürth gerade geht. Es geht um Sicherheit, Lebensqualität und Vertrauen. Vertrauen darauf, dass Verkehrspolitik tragfähige Lösungen schafft. Efferen braucht keine weiteren teuren Verkehrsgutachten, sondern Antworten, die im Alltag funktionieren.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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