Sperrung der Diagonalschleuse sorgt weiter für Verdruss

von Saleh Mati am 14. November 2021

Meinungen zur Diagonalschleuse

Die SPD-Hürth verteilte Flyer um zu erfahren, ob eine Mehrheit der Menschen für eine Öffnung oder Sperrung der Diagonalschleuse Kalscheurener Straße ist. Die Zielgruppe der Umfrage waren die im betroffenen Gebiet lebenden Menschen. Das Ergebnis ist überraschend deutlich. Die Umfrage ergab, dass unter den teilnehmenden Personen knapp 78 % für eine Öffnung und ungefähr 22 % für eine Sperrung der Diagonalschleuse sind. Dazu sprach ich mit Herrn Dr. Linke, der als Arzt seine Praxis im Vogelsanger Weg betreibt. Herr Dr. Linke meint, dass die Ausfahrt aus dem Gebiet durch die Sperrung der Diagonalschleuse sehr stark eingeschränkt ist. Im Vorfeld hat sich durch die einseitige Sperrung der Schleuse sein Weg zur Praxis von 5 Minuten auf inzwischen je nach Verkehrslage 15-30 Minuten erhöht. Insbesondere in ärztlichen Notfällen verhindert der längere umständlichere und gefährlichere Weg eine zügige Anfahrt zum Patienten in Not.. Zudem empfindet Dr. Linke, dass das Abbiegen in Richtung Hürth sehr riskant ist.

Die Sperrung der Diagonalschleuse führt zu vermehrtem Verkehr auf der Rondorfer Straße, da dies nun die einzige Ausfahrt ist. Früher ging es über die Robert-Bosch Straße und den Jägerpfad auf die neu gebaute Ortsumgehung. Einzig bei der Auffahrt zur Ortsumgehung soll es teilweise bei der Ampel zu längeren Wartezeiten gekommen sein.

Unternehmen im Gebiet klagen über einen erheblich verschlechterten Standort

Persönlich hoffe ich, dass das Thema Öffnung oder weitere Sperrung der Diagonalschleuse politisch wieder aufgegriffen wird. Dazu sollte die Verwaltung eine Veranstaltung organisieren und die im Gebiet lebenden Menschen bei der Entscheidung ins Boot holen.

Ein Gespräch des Arbeitskreis Wirtschaft Hürth (AWH) bei der Firma Bautz und Klinkhammer ergab, dass dort ebenfalls große Unzufriedenheit herrscht. In Gesprächen mit Stadtratsmitgliedern wird gelegentlich die Meinung vertreten, dass der heftige Protest stets von Gegnern der bestehenden Lösung kommt. Falls die Diagonalschleuse wieder geöffnet würde, dann wäre der Protest wahrscheinlich ebenso heftig und die Umfrage würde ein gegenteiliges Ergebnis liefern. Dieser Argumentation kann ich mich nicht anschließen, denn damit soll jeder Protest im Keim erstickt werden.

Ich halte für gut, dass CDU und SPD bisher den Weg Öffnung oder Schließung der Diagonalschleuse gemeinsam gegangen sind. Ich hoffe, dass dies so bleibt und die Fraktionen gemeinsam eine Lösung finden.

Weiter ist mir bekannt, dass nicht nur Herr Dr. Linke das Gespräch mit dem Bürgermeister sucht, sondern die Mitglieder des AWHs ebenfalls.

Die Sperrung der Diagonalschleuse war ein Prozess der sich vier Jahre hingezogen hat, eine Änderung der Situation wird wahrscheinlich in Kürze nicht gelingen, dennoch würde es mich freuen, falls dieser Fall eintritt.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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