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Überblick über die soziale Lage der Menschen im Rhein Erft Kreis

von Saleh Mati am 16. Mai 2021

6 Sozialräume mit deutlich negativen Abweichungen im Rhein Erft Kreis, Hürth-Mitte ist dabei

Der Rhein Erft Kreis legt erstmalig einen Sozialbericht vor. Dabei findet eine kleinräumige Betrachtung der 10 Kommunen im Rhein Erft Kreis statt. Insgesamt bildeten sich für den Rhein Erft Kreis 106 Sozialräume aus. Dabei fand eine Kategorisierung von vier Typen Sozialräume statt. Typ 1 mit erhöhtem Bedarf an Aufmerksamkeit und deutlich negativen Abweichungen vom Kreismittelwert. Typ 4 steht für Gebiete mit geringen Bedarf an Aufmerksamkeit.

Dabei gibt es im gesamten Rhein Erft Kreis nur 6 Sozialräume mit dem Typ 1. Persönlich erstaunte mich, dass ein Sozialraum Typ 1 Hürth-Mitte ist. In Pulheim, Brühl und Wesseling sehen die Gutachter kein Gebiet des Typs 1. Der Rhein Erft Kreis möchte auf der Grundlage der Studie interkommunale Angebote schaffen, die passgenau den Bedarf decken.

viele Alleinerziehende leben in Hürth-Mitte

Dies klingt sehr gut. Ich hoffe, dass es nicht bei der Studie und den formulierten Absichten bleibt. Aus meiner Sicht sollten die Ergebnisse ebenfalls im Hürther Sozialausschuss vorgestellt werden. Anschließend sollte die Stadt Hürth gemeinsam mit dem Rhein Erft Kreis Perspektiven aufzeigen.

viele Kinder sind auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II angewiesen

Für den Sozialraum Hürth Mitte weist der Bericht einen im Vergleich zu den Mittelwerten des Rhein Erft Kreises größeren Anteil von Kindern und Jugendlichen auf. Der Anteil Kinder und Jugendliche beträgt 22,3%. Der Anteil Alleinerziehender ist mit 29,1 % im Vergleich zum Rhein Erft Kreis mit 25,8 ebenfalls erhöht. Beträchtlich weicht der Anteil Nichtdeutscher mit 25,,5 % ab. Der Durchschnitt in der Stadt Hürth liegt bei 14,6 % und im Rhein Erft Kreis bei 14,2 %. Die Quote der Arbeitslosen liegt mit 15 % ebenfalls über dem Durchschnitt. Weiter stellte der Rhein Erft Kreis fest, dass in Hürth Mitte die SGB II Quote bei 22 % liegt. Besonders hoch ist die SGB II Quote bei Kindern unter 15 Jahren. Diese liegt bei 32,7 % in Hürth Mitte und im Rhein Erft Kreis bei 14,1%. SGB II Empfänger sind berechtigt, Leistungen für staatliche Unterstützung zu beziehen.

Die strategische Sozialraumplanung soll der erste Schritt sein, damit Sozialräume mit ähnlich gelagerten Problemen interkommunal zusammenarbeiten. Weiter führt der Bericht auf, dass mit den gewonnen Daten ein problemzentriertes Intervenieren möglich sein soll.

Ich hoffe, dass diesen Worten die entsprechenden Taten folgen. Die Verwaltung des Rhein Erft Kreises stellte den Bericht im Sozialausschuss des Rhein Erft Kreises vor. Aus meiner Sicht müsste der Bericht für die Hürther Sozialräume ebenfalls im Hürther Sozialausschuss vorgestellt werden. Dabei könnten die Verwaltungen den Politikern die nächsten Schritte erläutern. Welche Angebote gibt es für Hürth Mitte? Wie sieht die interkommunale Zusammenarbeit aus? Welche Angebote müssten geschaffen werden? Was plant der Rhein Erft Kreis?

Bisher gibt es eine Menge Fragen. Der Bericht zu den Sozialräumen ist ein guter Anfang und hoffentlich nicht das Ende.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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