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Fraktionen stellen Anträge zum Haushalt

von Saleh Mati am 8. Februar 2018

Musikunterricht mit Honorarkräften

Im letzten Ausschuss für Finanzen berieten die Fraktionen den vom Bürgermeister und Kämmerer eingebrachten Haushalt. Dazu gab es eine 4-stündige Diskussion auf der Grundlage eines gemeinsamen Antrags von CDU und Grünen, sowie Anträgen der SPD und der Freien Wähler. Die Fraktion Die Linke hatte keinen Vorschlag zum Haushalt.

Sowohl die CDU als auch die SPD lehnten die Anschaffung von Parkscheinautomaten ab. Damit werden in Hürth auch in 2018 keine Parkgebühren fällig. Weiter verständigten sich alle Fraktionen darauf, dass die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung von Tagesmüttern zu verbessern sind. So soll der Stundenlohn von derzeit 5 Euro pro Kind jedes Jahr um 1,5 % steigen. Dagegen forderte die SPD einen Stundenlohn von 5,5 Euro. CDU und Grüne lehnten diesen Vorschlag ab. So kam es zu dem kleineren Kompromiss.

Weiter diskutierte der Ausschuss lange über die Situation des Verkehrs an der Sudetenstraße. Die SPD wollte eine breite Beteiligung der Anwohner in einer Bürgerwerkstatt. Die Bürger hätten so die Möglichkeit gehabt sich einzubringen und auch andere Probleme anzusprechen. Dies betrifft beispielsweise die Belastung des Verkehrs durch LKWs oder auch den mangelnden Parkraum. Zudem nimmt der Verkehr durch den Betrieb die Gesamtschule zu. Die CDU sah diese Notwendigkeit einer Bürgerwerkstatt nicht und berief sich auf ein vor kurzem vorgestelltes Verkehrskonzept. In dem Konzept schlagen die Planer Kreisverkehre an der Kreuzung Horbeller Straße / Krankenhausstraße und Horbeller Straße / Sudetenstraße vor. Die CDU folgte dem Vorschlag der Planer und stellte die notwendigen Mittel von 100.000 Euro für die Planung der Kreisverkehre in den Haushalt ein.

CDU überlegt festangestellte Lehrer der Musikschule durch Honorarkräfte zu ersetzen

Weiter überlegt die CDU gemeinsam mit den Grünen zukünftig Honorarkräfte an der Musikschule zu beschäftigen. Damit plant die schwarz / grüne Mehrheit die Personalkosten zu senken. Aktuell sind die Lehrer an der Musikschule bei der Stadt beschäftigt und erhalten Gehälter entsprechend ihrer Besoldungsgruppe.

Die Freien Wähler stellten verschiedene Anträge zum Jugendbereich. Der Ausschuss lehnte die Anträge alle ab. Zum Teil waren die Anträge schlecht vorbereitet. So forderte Kurt Martmann die Mittel für das Babybegrüßungspaket aufzustocken. In seiner Begründung verwiesen die Freien Wähler auf steigende Geburtenzahlen. Bürgermeister Dirk Breuer widersprach der Annahme steigender Geburten. Daher müsse weder die Anzahl noch der Inhalt des Rucksacks aufgestockt werden. Zudem zeigte die Diskussion um einen zweiten Rauchmelder für den Rucksack, dass Herr Martmann den Inhalt des Rucksacks nicht kannte. Das Babybegrüßungspaket ist ein Teil der präventiven Jugendarbeit. Dabei kommt es nicht primär auf den Inhalt des Rucksacks an, sondern den frühen Kontakt des Jugendamtes mit den Eltern. Dirk Breuer berichtete aus eigener Erfahrung, dass das Jugendamt hier gute Arbeit leistet.

Die Verwaltung arbeitet die im Ausschuss für Finanzen beschlossenen Veränderungen in ihrem Entwurf zum Haushalt ein. In der folgenden Sitzung des Stadtrats nehmen die Fraktionen Stellung zum Haushalt und entscheiden, ob sie dem Haushalt zustimmen oder ablehnen.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

Kommentare

  1. Sicherlich kann ich mir über das Lehrverhalten in ihrer Musikschule kein Urteil erlauben, jedoch arbeite ich seit 33 Jahren an der Universität zu Köln, worauf sich meine Erfahrungen beziehen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Hünseler

    1. Sie haben Ihre Erfahrungen und ich meine. Da ich vor meiner Selbstständigkeit einige Jahre in einer Kreismusschule unterrichtet habe und eine BAT-Stelle hatte, weiss ich, dass die automatische von mir bereits erwähnte Argumentation so nicht geführt werden kann! Eigentlich halte ich mich aus der politischen Diskussion raus, finde aber, dass man meinen Kollegen/innen einfach Unrecht tut.
      Es gibt ja neben Ihnen auch andere noch im Rat tätige Mitglieder die immer genau so argumentieren.
      Danke für Ihr Feedback
      Freundliche Grüße
      Michael Schumacher

  2. Aus meiner eigenen Erfahrung, kann ich diese, bei dieser Diskussion immer wieder geführte Argumentationskette
    fest angestellte Lehrer = qualifiziert und guter Unterricht
    gegen
    Honorarkräfte =unqualifiziert und schlechter Unterricht,
    nicht bestätigen!
    Eine Honorarkraft kann es sich, will er seine Schüler halten, auf Dauer garnicht leisten, schlecht und unmotiviert zu unterrichten, da ER dann auch weniger verdient.
    Ich bin natürlich nicht dagegen Musiklehrer fest anzustellen, wehre mich aber auf Grund meiner fundierten Erfahrung gegen oben genannte Argumentationskette.
    Michael Schumacher
    Auftakt Musikschule

  3. Sehr geehrter Herr Hünseler,
    das kann ich aus eigener Erfahrung so nicht bestätigen. Diese Sicht bedient lediglich eines der typischen Klischees. So könnte man andererseits ins Feld führen, dass grade Honorarkräfte daran interessiert sind, ihren Schülern guten und motivierenden Unterricht zu bieten, weil diese sonst abwandern und er dann weniger verdient.
    Ich glaube, dass es einfach daran liegt, ob ein Lehrer gerne mit Schülern umgeht.
    Schlechten Unterricht, kann sich eine Honorarkraft sicherlich auf Dauer nicht leisten, soviel kann ich aus fundierter Erfahrung aber sagen. Diese Erfahrung haben Sie vielleicht in Ihrem Arbeitsfeld auf Grund von Mitbewerbern auch bereits gemacht.
    Ich möchte auch noch klar machen, dass ich natürlich nicht gegen festangestellte Musiklehrer bin, wogegen ich mich verwahre, ist die in dieser Diskussion immer automatisch angeführte Gleichung,
    angestellt = guter Unterricht
    Honar = unmotiviert & unqualifiziert.
    Sollten Sie einmal einen Eindruck unserer Arbeit haben wollen, lade ich Sie gerne zu uns in die Auftakt Musikschule ein.
    Beste Grüße
    Michael Schumacher

  4. Als ehemaliger Linker muss ich doch fest stellen, dass die Linke schon wieder mit untätigkeit glänzt. Meiner Meinung nach wären die Honorrarkräfte gegenüber den fest Angestellen Lehrern zwar preiswerter, wobei die Angestellten Lehrer mit Sicherheit mehr engagiert sein dürften und sich mit den Schülern gewiss intensiver beschäftigen.
    Viele Grüße
    Michael Hünseler

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