Das Schwimmbad in Alt Hürth ist ein Denkmal mit ungewisser Zukunft

von Saleh Mati am 22. Oktober 2017

Seit 10 Jahren verkommt das Gebäude

Vor ungefähr 10 Jahren verkaufte die Stadt das Schwimmbad am Brabanter Platz für einen symbolischen Euro. Seitdem verwahrlost das Schwimmbad. Daher kommt es regelmäßig zu Vandalismus im und am Bad. Bereits jetzt sind viele Fensterscheiben eingeschlagen und altes Inventar zerstört.

Seit Anfang der Woche stellten die Anwohner fest, dass Arbeiter Grünzeug und Gestrüppe vor dem Denkmal beseitigten. Damit verbessert sich zwar der Blick auf das Schwimmbad, aber viele Probleme bleiben. Das Dach ist an einigen Stellen undicht. Dadurch kommt es zu Wassereintritt, der im kommenden Winter für weitere Schäden sorgen könnte. Aktuell sind die tragenden Wände des Gebäudes nach Auskunft der Verwaltung intakt. Dennoch könnte bei mangelnder Pflege auch hier Schaden entstehen.

Viele Hürther schmerzt es, den Verfall des Gebäudes anzusehen. Viele ältere Bürger haben hier ihren ersten Schwimmunterricht genommen. Auch Vereinssport fand in der alten Badeanstalt regelmäßig statt. Zudem hat das Gebäude mit seinen roten Backsteinen am Brabanter Platz für viele Menschen eine besondere Bedeutung.

Dabei hilft die Diskussion, wie es zu diesem Verkauf kommen konnte, keinem weiter. Damals fiel der Beschluss parteiübergreifend einstimmig. Jetzt sollte vielmehr das politische Handeln dafür sorgen, dass das Denkmal nicht weiter verfällt und gleichzeitig eine Lösung für die zukünftige Nutzung gefunden wird.

Es ist auch kein Erfolg, wenn nach 10 Jahren Ordnungsverfügungen verhängt werden und es zum Rückschnitt des Grüns kommt. Vielmehr drängt sich durch den Rückschnitt des Grüns das Problem deutlicher in unser Bewusstsein.

Beide Parteien schieben sich gegenseitig die Schuld zu

Aktuell verweisen die Verantwortlichen in der Verwaltung auf eine Frist bis Mitte 2018. Solange hat der Investor Zeit, um gemäß Vertrag den Umbau des alten Bades abzuschließen. Dieses Stillhalten ist keine Lösung. Nachdem die Frist abgelaufen ist, beginnen die Gespräche, wie viel Geld dem Eigentümer bei einer Rückabwicklung zusteht. Das Schwimmbad verfällt in dieser Zeit weiter.

Derweil schieben sich beide Parteien, wie aus der aktuellen Berichterstattung zu entnehmen ist, die Schuld gegenseitig zu. Seit Monaten finden keine Gespräche zwischen Bürgermeister und Investor statt. Folglich scheint eine einvernehmliche Lösung in weite Ferne zu rücken. Wir haben das Gebäude für einen Euro verkauft. Wahrscheinlich werden wir einen 6 stelligen Betrag bezahlen müssen, um wieder in den Besitz des Gebäudes zu gelangen. Vielleicht sollten Politik und Verwaltungsspitze sich eingestehen, dass der damalige Verkauf in guter Absicht geschehen ist, aber ein Fehler aller Beteiligten war.

Mein Wunsch ist, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und anschließend den Entscheidungsträgern ein Konzept vorgelegt wird, wie dieses traditionsreiche Gebäude zu retten ist. Dabei sollten die Gesprächspartner eine Rückabwicklung mit in Betracht ziehen. Weiter zusehen, wie das Gebäude verfällt, scheint mir keine Lösung für unsere Stadt zu sein.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004

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Kommentare

  1. “ Viele Hürther schmerzt es, den Verfall des Gebäudes anzusehen. Viele ältere Bürger haben hier ihren ersten Schwimmunterricht genommen……. “
    Wenn ich das nun lese frage ich mich nur, warum die Lehrschwimmbecken für uns Hürther Pänz dem Rotstift zum Opfer gefallen waren???
    Nun bekommt auf einmal das Alte Schwimmbad in Alt Hürth mehr bedeutung zu….
    Ich bin zu tiefst gerührt

  2. Alle dort tätigen Vereine haben eindringlich darum gebeten, das Schwimmbad zu „retten“. Aber man hat ja auf eine Unternehmensberatung gehört und sich dann der Meinung angeschlossen. Das Ergebnis sehen wir schon seit längerem. Ein Lehrstück der Kommunalpolitik.

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