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Viele Flüchtlinge leben weiterhin in Containern

von Saleh Mati am 31. Oktober 2017

Der Zuzug ist geringer als erwartet

Aktuell könnte die Stadt Hürth rein rechnerisch 970 Flüchtlinge in ihren Einrichtungen unterbringen. Der Großteil der Unterkünfte sind abgetrennte Räume in den 650 Containern, dagegen stellen die 320 Plätze über Wohnungen den kleineren Anteil dar.

Im Jahr 2015 gab es im Stadtrat eine große Debatte, da ein gemeinsames politisches Ziel war, dass möglichst viele Flüchtlinge in Wohnungen leben sollten. Dagegen sollten die Wohncontainer nur als Notlösung vorgehalten bleiben, um bei plötzlichen Zuweisungen reagieren zu können.

Seit Anfang 2016 entspannt sich die Lage. Die tatsächliche Anzahl der in Hürth lebenden Flüchtlinge ist deutlich geringer als die prognostizierte Zahl. Aktuell leben 572 Personen in den städtischen Einrichtungen. Erfreulich ist, dass 291 Schutzsuchende die Übergangsheime verließen und eine Wohnung in Hürth gefunden haben. Hier gilt sicherlich ein Großer Dank der Brücke der Hürther Kulturen der Kulturen e.V. und den vielen ehrenamtlichen Helfern. Auch innerhalb der Verwaltung spielt die Betreuung der Flüchtlinge eine große Rolle. Hierzu ist am 15. Dezember 2015 die Abteilung für Inklusion und Integration innerhalb der Verwaltung entstanden.

Nach grober Schätzung kommen 200 Familienmitglieder von Flüchtlingen nach Hürth

Mit einem Blick in die Zukunft schätzt die Verwaltung, dass in den kommenden Jahren grob 200 Familienangehörige in unsere Stadt nachziehen. Falls diese mit Visum einreisen, dann besteht kein Anspruch auf einen Wohnplatz in den städtischen Einrichtungen. Dennoch bringen die Mitarbeiter der Verwaltung die Angehörigen häufig aus Mangel an Wohnraum dort unter.

Wohncontainer für Flüchtlinge am Rathaus

Die Verwaltung ist jetzt gefordert die im Jahr 2015 angestoßene Debatte um Wohnungen in Häusern für Flüchtlinge wieder aufzunehmen. Es hat den Anschein, dass der geringere Zuzug von Flüchtlingen den Druck zum Handeln bei den Verantwortlichen in der Verwaltung genommen hat. Vorstellbar ist, dass die Stadt günstigen Wohnraum schafft der später wieder dem Wohnungsmarkt als bezahlbarer Wohnraum zugeführt werden kann.

Die Notlösung der Wohncontainer stellt keine Dauerlösung dar und ist auch aus städtebaulicher Sicht nicht ideal. Die Container am Rathaus sorgten bereits bei ihrer Errichtung für heftige Diskussionen. Der Bedarf von bezahlbaren Wohnraum, nicht nur für Flüchtlinge, wird in Hürth immer größer. Die Verwaltung ist gefordert ein entsprechendes Konzept vorzulegen.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004

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