Luft an der Luxemburger Straße tageweise zu dreckig

von Saleh Mati am 15. Oktober 2017

An über 40 Tagen im Jahr werden die Grenzwerte überschritten

Eine Mitteilung zur Luftbelastung an der Luxemburger Straße im Ausschuss für Planung sorgte für Diskussionen. Annette Neumnan (FDP) beantrage diese Mitteilung auf die Tagesordnung zu setzen. Damit konnten die Ausschussmitglieder Nachfragen stellen.

Im Ergebnis werden im Jahr 2016 die Grenzwerte für Stickstoffdioxid an der Messstation der Luxemburger Straße 47 mal überschritten. Sogar an der Messstation im Hintergrund an der Dunantstraße registrierten die Kontrolleure über 20 Überschreitungen in 2016.

Daher drohte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nun der Stadt Hürth mit Klage. Mit dieser Drohung steht die Stadt Hürth nicht alleine. Die Umweltorganisation fordert zahlreiche andere Kommunen, wie Düren, Leverkusen, ebenfalls zum Handeln auf. Folglich möchten die Umweltschützer die betroffenen Städte verpflichten den Plan zur Luftreinhaltung zu überarbeiten.

Dabei stellt sich die Umwelthilfe vor, dass es ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge gibt. Weiter sollen die Stadtwerke die Stadtbusse nachrüsten und die Taxifirmen umweltfreundlichere Autos einsetzen.

Jedoch wehrt unser Bürgermeister diese Vorschläge ab. In einem Schreiben an die Bezirksregierung Köln teilt Dirk Breuer mit, dass „weitere Maßnahmen….derzeit nicht geplant sind.“ In der zur Sitzung vorliegen Mitteilung vertraut die Stadtverwaltung darauf, dass mit der Freigabe der Ortsumgehung die Grenzwerte unterschritten werden.

Bürgermeister sieht die Klage der Deutschen Umwelthilfe als „Marketing-Aktion“

Unser Bürgermeister Dirk Breuer sieht die Drohung mit einer Klage durch den DUH als eine „Marketing-Aktion“ des Verbandes. „Die Deutsche Umwelthilfe konnte ihren Bekanntheitsgrad steigern.“

Bereits in der Vergangenheit musste sich die Stadt mit einzelnen Bürgeranträgen zur Luftbelastung an der Luxemburger Straße auseinandersetzen. Ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge zogen die Verantwortlichen bisher nicht in Erwägung. Dies scheint nach der letzten Sitzung des Ausschusses für Planung auch so zu bleiben.

Darüber hinaus das LKW Fahrverbot auszudehnen lehnt der Chef der Verwaltung ebenfalls ab. Bereits jetzt schlängeln sich zahlreiche LKWs durch enge Straßen in Wohngebieten.

Leider ist aber auch festzustellen, dass zahlreiche in Hürth und der Umgebung ansässige Unternehmen mit ihren LKW-Flotten über die Luxemburger Straße fahren. Teilweise könnten diese auch in Erftstadt abfahren und müssten folglich nicht mehr durch Hürth. Hier sollte die Verwaltung Gespräche mit den Unternehmen führen. Zudem siedelten sich im Gewerbegebiet Hürth-Kalscheuren einige Logistikbetrieb an. Diese verursachen natürlich auch zusätzlichen Verkehr. Insgesamt ist eine Lösung schwierig. Klar ist aber, dass wir handeln müssen. Es zeigt sich auch, wie wichtig der Bau der Ortsumgehung ist. Allerdings reicht das alleinige Vertrauen, das Problem mit der Freigabe der Ortsumgehung Hürth-Hermülheim zu lösen, aus meiner Sicht nicht aus.

 

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004

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Kommentare

  1. Aus meiner Sicht hat unser Bürgermeister vollkommen Recht. Gerade die Umgehungsstraße wird eine erhebliche Verändung der Abgaswerte mit sich bringen. Des weiteren ist eine Belastung duch die A4 ohnehin weiter gegeben, da diese Bundestraßen nicht einbezogen werden können.

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