Blutbuche an der Luxemburger Straße soll gefällt werden

von Saleh Mati am 4. Juli 2017

Ortstermin mit Politik, Straßen NRW und Verwaltung

Der Bau der Ortsumgehung B265 schreitet voran. Geplant ist ein Geh- und Radweg auf der nordwestlichen Seite der Blutbuche. Auf dieser Grundlage der Planung trafen sich Vertreter der Stadtwerke, der Stadt Hürth und der Bezirksregierung Köln bei Straßen NRW. Dabei nahmen die Beteiligten ein neues Gutachten zum Zustand des Baums zur Kenntnis. Dabei stellten sie fest, dass die Blutbuche von Fäulnis an der Wurzel befallen ist. Zudem liegen Vorschäden am Baum aus Baumaßnahmen der Vergangenheit vor. Der angrenzende Gewerbebetrieb hatte sich nach Angaben der Verwaltung im Jahr 2008 / 2009 nicht an die damaligen Bauauflagen zum Schutz für den Baum gehalten. Der Baum ist dabei an den Wurzeln beschädigt worden. Abschließend mahnten die Gutachter die mangelnde Standsicherheit des Baums an.

Aufwendige Maßnahmen mit geringen Aussichten auf Erfolg

Die nun anstehenden Baumaßnahmen dürfen die Wurzeln nicht weiter schädigen. Zudem sollten revitalisierende Maßnahmen eingeleitet werden. Aber auch diese beiden Ansätze sind nur eingeschränkt umsetzbar. Selbst ein Ausbau mit Brücken über die Wurzel führt zu Schäden am Baum. Nach Ansicht von Straßen NRW sind die Chancen, den Baum mit diesem aufwendigen Verfahren zu erhalten, äußerst gering. Zudem entstehen Kosten von über 150000 Euro. Auch ist die Zufahrt des benachbarten Gewerbebetriebs Lux 118 gefährdet. Eine andere Alternative ist den Radweg vor der Blutbuche zu unterbrechen und hinter der Blutbuche fortzuführen. Strassen NRW empfiehlt mit Abstimmung der Bezirksregierung, die Blutbuche zu roden. Dazu schlagen die Beteiligten Ersatzpflanzungen vor. Bereits jetzt schaut die untere Landschaftsbehörde gemeinsam mit Straßen NRW und Stadt nach möglichen Standorten und nach einer geeigneten Baumart. Die Stadt Hürth überlässt die Entscheidung der Politik. Daher finden sich in den Unterlagen des Ausschusses für Planung zwei Vorschläge für einen Beschluss.

Der erste Beschluss sieht vor, den Baum zu fällen. Der alternative Vorschlag sieht vor, dass alles mögliche versucht wird zu unternehmen, den Baum zu erhalten.

Damit sich die Politiker ein Bild von dieser Situation machen können, trifft sich der Ausschuss für Planung eine Stunde vor der Sitzung an der Blutbuche. (05.07.2017 um 17 Uhr, Luxemburger Straße 126 – an der Blutbuche)

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

Kommentare

    1. Da blutet einem das Herz. Wie herzlos die Menschen doch sind, wenn es darum geht einen Fahrradweg geradeaus zu führen. Der wunderschöne alte Baum ist viel älter als Jeder von uns.
      Er stand schon da, als noch Niemand an uns gedacht hatte. Wo gibt es noch so tolle alte Bäume. Und wir schimpfen darüber, wenn in anderen Ländern Wälder zerstört werden, um Ölplantagen zu schaffen. Anstatt alles nur Erdenkliche zu unternehmen, um solch ein seltenes Lebewesen zu erhalten, will man ihn einfach töten. Die Blutbuche in Gleuel vor dem REWE musste das gleiche Schicksal erleiden. Plötzlich hatte auch dieser Baum einen Pilz an den Wurzeln. Schon seltsam. Wenn sie im Weg stehen, erkranken sie. Die Gleueler Blutbuche war auch solch ein großes und schönes Exemplar. Gewerbebetriebe und Straßen haben bei uns offensichtlich Vorrang vor dem Schutz alter Bäume.

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