Allgemein Aktuelles
Kommentare 0

Wenn Zahlen den Schulweg bestimmen. Wie Verwaltung und Politik die Klassengrößen festlegen (Teil1 von 2)

von Saleh Mati am 12. Januar 2026

Wer entscheidet über die Klassengrößen?

Der Ausschuss für Bildung, Soziales und Inklusion wird am 14. Januar 2026 die Klassenfrequenzwerte für das Schuljahr 2026/2027 beraten. Die Unterlagen zeigen, die Lage bleibt herausfordernd, die Nachfrage ist hoch und an einigen Grundschulen sind Ablehnungen wahrscheinlich. Besonders die Wohnsitzüberwachung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Verwaltung stellt im Ausschuss die aktuelle Anmeldesituation für das Schuljahr 2026/27 vor. Grundlage wird die Vorlage der Verwaltung, die Stellungnahmen aller Hürther Grundschulleitungen sowie die detaillierte Übersicht zur Wohnsitzüberwachung sein. Insgesamt wurden zum Stichtag 12. Dezember 2025 634 schulpflichtige Kinder gemeldet, hinzu kommen 249 Kinder aus E2 und E3, sodass die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler in der Schuleingangsphase bei 883 liegt. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Höchstzahl von 37 Eingangsklassen, die die Stadt bilden darf.

Kleine Erläuterung zur Schuleingangsphase in NRW

Die Schuleingangsphase umfasst die ersten beiden Schuljahre der Grundschule und kann flexibel in ein, zwei oder drei Jahren durchlaufen werden. Sie beinhaltet die Gruppen E1 (erstes Jahr), E2 (zweites Jahr) und E3 (drittes Jahr). Ein drittes Jahr gilt nicht als Sitzenbleiben, sondern als pädagogisch vorgesehene Verlängerung der Lernzeit. Alle Kinder der Schuleingangsphase werden bei der Berechnung der Klassenbildung berücksichtigt.

Hohe Nachfrage, knappe Räume – und klare Warnungen der Schulen

Alle Grundschulen beantragten erneut eine Begrenzung der Klassenfrequenz auf 25 Kinder. Die Schulleitungen verweisen in ihren Schreiben auf steigende Herausforderungen. Dazu gehören mehr Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf und ein hoher Anteil sprachstartender Kinder. Zudem stellen die Lehrer zunehmende Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern fest und verweisen auf begrenzte Raumkapazitäten in der Schule. Auch die Auswirkungen der Pandemie und eingeschränkte KiTa-Betreuungszeiten wirken nach.

Die Rückmeldungen der Schulen bestäigt die Verwaltung. Doch führt die Begrenzung auf 25 Schulkinder pro Schulklasse zu anderen komplizierten Aufgaben für die Verwaltung. Besonders in der Gemeinschaftsgrundschule im Zentrum in Hermülheim und in der Geschwister Scholl Schule und in der Don Bosco Schule in Efferen ist die Nachfrage nach einem Schulplatz sehr hoch. Die Anmeldetabelle deutet darauf hin, dass bereits jetzt einzelne Schulen über den Schwellenwerten liegen.

Ausblick

Bis zum Frühjahr wird die Verwaltung die Anmeldedaten weiter aktualisieren und offene Wohnsitzprüfungen abschließen. Da sich die Zahlen erfahrungsgemäß noch verändern, bleibt die Lage dynamisch. Schon jetzt deutet jedoch vieles darauf hin, dass die Entscheidung über die Klassenfrequenz maßgeblich bestimmen wird, an welchen Standorten es zu Ablehnungen kommt. Welche Schulen besonders betroffen sein werden, zeigt Teil 2.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

For security, use of Google's reCAPTCHA service is required which is subject to the Google Privacy Policy and Terms of Use.

I agree to these terms.