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Photovoltaikpflicht in Hürth

von Saleh Mati am 6. Juli 2026

Warum CDU und Grüne jetzt mehr verlangen

CDU und Grüne haben den Ausbau von Photovoltaik in Hürth vorangetrieben, ohne die finanziellen Folgen für viele Eigentümer im Blick zu haben. Dazu fordern die Koalitionäre, dass künftig 40 Prozent der Dachflächen mit Solarmodulen zu belegen sind. Die SPD zeigt erneut große Begeisterung, die FDP widerspricht nicht. Doch die höhere Quote geht über Technik und Klimaschutz hinaus. Sie trifft Menschen, die diese Vorgaben finanzieren müssen. Besonders ältere Eigentümer mit alten Häusern stehen vor hohen Kosten, weil ihre Dächer oft erneuert werden müssen. Viele von ihnen bekommen schwer Kredite für teure Investitionen. Die Pflicht von 40 Prozent kann sie stark belasten, während die Landesbauordnung nur 30 Prozent verlangt.

Eine Schippe drauflegen

Der Antrag bezieht sich auf eine frühere Entscheidung. Schon 2021 forderten CDU und Grüne eine Pflicht für Photovoltaik bei Grundstücksverkäufen. Damals waren es 35 Prozent. Der Hauptausschuss stimmte einstimmig zu. Die SPD wollte strengere Formulierungen bei den Ausnahmen. Die FDP sah keinen unverhältnismäßigen Eingriff in Eigentumsrechte und stimmte ebenfalls zu. In der Niederschrift der Verwaltung heißt es: „Die vertragliche Ausgestaltung kann Ausnahmen vorsehen, wenn nachgewiesen wird, dass die Errichtung nicht zumutbar ist“ (Öffentliche Niederschrift 2021).

Nun gehen CDU und Grüne weiter. Sie wollen die Quote auf 40 Prozent erhöhen. Hendrik Fuchs von den Grünen begründet das mit dem Satz, man wolle „eine Schippe drauflegen“. Die SPD zeigt erneut große Zustimmung. Ihre Vertreterin meldet sich vor der Abstimmung zu Wort und verkündet ihre Unterstützung. Bürgermeister Dirk Breuer bat sie, bis zur Abstimmung zu warten.

Land schreibt nur 30 Prozent vor

Seit 2025 gilt in NRW eine Pflicht zur Photovoltaik bei Neubauten. Die Landesbauordnung verlangt 30 Prozent der nutzbaren Dachfläche. CDU und Grüne in Hürth sehen darin offenbar den Anlass, die lokale Quote weiter zu erhöhen. In ihrem Antrag heißt es: „Diese Quote wird nun auf 40 Prozent angehoben, um die Umsetzung der klimapolitischen Ziele […] zu forcieren“ (Antrag CDU/Grüne 2026).

Doch die höhere Vorgabe trifft nicht nur Neubauten. Auch bei Dachsanierungen im Bestand greift die Pflicht. Viele Häuser in Hürth sind alt. Sie brauchen eine neue Dachhaut. Die Eigentümer solcher Häuser sind oft ältere Menschen. Sie können Kredite für teure Investitionen nur schwer aufnehmen. Eine Photovoltaikanlage ist für sie kein kleiner Schritt, sondern eine große finanzielle Last. Schade ist, dass weder CDU, SPD noch Grüne diesen sozialen Faktor berücksichtigen. Die politische Debatte blendet aus, dass Klimaschutz nicht nur Technik bedeutet, sondern auch Lebensrealität.

Klimaschutz ja, aber zu welchem Preis

Photovoltaik schützt das Klima und senkt den CO₂ Ausstoß. Viele Menschen würden ohnehin mehr als 30 Prozent installieren. Doch die Pflicht von 40 Prozent ist ein Drittel mehr als die Landesvorgabe. Das ist mehr als eine Schippe. Es ist ein politisches Signal, das Kosten erzeugt. CDU, SPD und Grüne sehen darin kein Problem. Die FDP hält sich auffallend zurück. Doch die Frage bleibt: Warum müssen CDU und Grüne in Hürth das Maß überschreiten, das ihre eigene Mehrheit im Landtag gesetzt hat?

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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