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Unterwegs mit dem Bürgermeister in Alt Hürth

von Saleh Mati am 30. Mai 2026

Ein Spaziergang durch Alt Hürth und das, was Menschen beschäftigt

Es ist früher Abend in Alt Hürth. Die Sonne steht noch warm über den Häusern. Rund dreißig bis vierzig Bürgerinnen und Bürger treffen sich am Platz der alten Synagoge mit Bürgermeister Dirk Breuer und seinem Team aus Stadtverwaltung und Stadtwerken. Kein Termin in der Amtsstube, kein Rednerpult, sondern ein Rundgang, der zeigen soll, was Menschen im Alltag bewegt. Und davon gibt es einiges.

Schon beim Start am Valkenburger Platz spricht eine Anwohnerin ein Thema an, das ihren Alltag prägt: fehlende abgesenkte Bordsteine. Mit ihrem Mann im Rollstuhl müsse sie oft Umwege gehen, manchmal mehrere Minuten länger als nötig. Breuer hört zu und fragt nach. Sein Team aus Stadtverwaltung und Stadtwerken macht sich Notizen. Dann spricht eine Bürgerin ein anderes Thema an: Geruchsbelästigungen, die in den vergangenen Monaten immer wieder aufgetreten seien. Die Mutter aus einer Dachgeschosswohnung erzählt, dass sie an warmen Tagen die Fenster schließen muss. Sobald der Geruch auftritt, zieht er direkt in die Wohnung. Der Verdacht, die Ursache liege in Hürth, steht im Raum. Breuer bremst vorschnelle Schlussfolgerungen. Bei der letzten aufwendigen Suche seien zwei Betriebe außerhalb des Stadtgebiets als Verursacher identifiziert worden. Gleichzeitig bittet er darum, Hürther Unternehmen nicht unter Generalverdacht zu stellen.

Zwischen Alltagssorgen und technischen Details

Der Bürgermeister verweist auf die Mängelapp der Stadt Hürth. Wer Geruchsbelästigungen meldet, helfe der Verwaltung, Hinweise zu sammeln und an die zuständigen Behörden weiterzugeben. Eine Bürgerin ergänzt, dass die Gerüche aktuell kaum noch auftreten. Doch die Mutter aus der Dachgeschosswohnung kündigt an, im Fall weiter anhaltender Belästigungen durch Geruch über einen Umzug nachzudenken.

Auf der Duffesbachstraße geht es um ein Zukunftsthema: Lademöglichkeiten für Elektroautos. Einige Reihenhäuser haben keine eigenen Stellplätze. Deshalb können die Bewohner keine Ladestation auf ihrem Grundstück errichten. Daher wünscht die Eigentümerin des Reihenhauses sich Ladestationen im Bürgersteigbereich, idealerweise in ein Rinnensystem eingelassen. Die Stadtwerke denken laut über eine Lösung mit einem Bügel über dem Gehweg nach. Dafür bräuchte es allerdings eine Genehmigung und eine technische Prüfung.

Auch die Polizei ist vertreten. Thomas Schwanekamp, Leiter des Bezirksdienstes der Polizeiwache Süd, betont, dass Hürth weder in der Kriminalstatistik noch im Straßenverkehr negativ auffällt.

An mehreren Stationen erklärt Breuer technische Details: Mulden am Duffesbach, die Starkregen abfangen sollen, ein klappernder Gullydeckel, der ihm so auffällt, dass er später sogar in seinem städtischen Video davon erzählt. An einer anderen Stelle zeigt Breuer auf den Rinnsaal und erklärt, dass dessen Reinigung Aufgabe der Anwohner ist.

Fazit

Die Bürgerspaziergänge zeigen, wie wertvoll direkte Gespräche sind. Viele Menschen nahmen sich Zeit, viele Anliegen wurden offen angesprochen. Der Ton blieb respektvoll, der Austausch konstruktiv. Und ein Bürgermeister, der mit seinem Team aus Mitarbeitern aufmerksam zuhört, macht den Eindruck, dass solche Abende mehr sind als Symbolpolitik: Sie sind ein Stück gelebte Nähe zwischen Stadt und Menschen.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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