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Wenn spielende Kinder für die Eltern zur Mutprobe werden

von Saleh Mati am 28. Mai 2026

Warum Eltern in der Tzerklaesstraße um die Sicherheit ihrer Kinder kämpfen

Es ist ein sonniger Nachmittag in Alt Hürth. Bürgermeister Dirk Breuer hat die Anwohnerinnen und Anwohner zu einem Gespräch eingeladen. Dabei gab es viele Themen. Doch die Stimmung ist angespannt, als Eltern über den Verkehr in der Tzerklaesstraße, einer engen Wohnstraße, berichten. Eine Mutter sagt in einem Gespräch später: „Hier sind schon Katzen totgefahren worden.“ Ihre Angst ist deutlich zu spüren.

Der Anlass für die Gespräche ist der von Bürgermeister Dirk Breuer initiierte Bürgerspaziergang in Alt Hürth. Dabei sucht der Verwaltungschef bewusst das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Er und sein Team wollen das Leben in Hürth verbessern. Begleitet wird der Bürgermeister von Thomas Schwanekamp, Leiter Bezirksdienst Polizeiwache Süd und Jens Menzel, Beigeordnetem der Stadt Hürth. Zudem unterstützen weitere Verantwortliche in der Stadtverwaltung und in den Stadtwerken Dirk Breuer in den Abendstunden. Rund dreißig bis vierzig Anwohnerinnen und Anwohner sind gekommen, um über ihre Anliegen in Alt Hürth zu sprechen. Besonders die Anwohnerinnen und Anwohner der Tzerklaesstraße melden sich zu Wort. Über Raserei. Über fehlende Parkplätze. Über die ständige Sorge, dass der nächste unachtsame Fahrer zu spät bremst.

Zwischen Alltag und Ausnahmezustand

Wer durch die Tzerklaesstraße geht, sieht sofort, wie sehr die Menschen versuchen, sich selbst zu helfen. Eine kleine grüne Kinderfigur steht am Straßenrand, in bunten Farben und aus einigen Stadtteilen in ähnlicher Ausführung bekannt. Sie soll Autofahrer bremsen. Doch stattdessen bekam die Anwohnerin Ärger von der Stadt. „Ich wollte nur, dass die Leute vorsichtiger fahren“, sagt sie. Ihre Stimme klingt frustriert, aber auch entschlossen.

Die Parkprobleme verschärfen die Lage zusätzlich. Die Straße ist eng, Autos stehen dicht an dicht. Dazu blockieren Besucherinnen und Besucher der AWO nach Aussage der Anwohner oft die wenigen freien Plätze. Gleichzeitig bleibt eine größere Parkfläche der AWO meist verschlossen. Viele fragen sich, warum die AWO diese Fläche nicht zumindest teilweise für Besucher oder die Nachbarschaft öffnet. „Das würde die Situation sofort entspannen“, sagt ein Anwohner. Weniger parkende Autos auf der Straße, mehr Sicht, mehr Sicherheit.

Der Vorschlag einer einseitigen Absperrung mit Pollern, idealerweise versenkbar, wird aufgenommen. Dabei ist die Hoffnung, dass dies den Durchgangsverkehr reduziert und die Straße beruhigt. Die Verwaltung prüft und das Ergebnis bleibt abzuwarten.

Politik und Verwaltung hören zu, zumindest fast alle

Positiv fällt auf, wie viele Vertreterinnen und Vertreter der Stadt an diesem Nachmittag anwesend sind. Zudem ist die CDU-Fraktion mit ihrem Fraktionsvorsitzenden und weiteren Ratsmitgliedern vertreten. Von der SPD, den Grünen und der FDP ist kein Ratsvertreter zu sehen. Doch die Diskussionen sind lebendig, engagiert und die Informationen der Verwaltung hilfreich.

Der Spaziergang zeigt: Bürgerdialog funktioniert, wenn er ernst genommen wird. Die Sorgen der Eltern sind real, die Gefahren sichtbar, die Lösungsansätze greifbar. Jetzt braucht es Entscheidungen.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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