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Wie erleben Sie die Streiks in NRW?

von Saleh Mati am 3. Februar 2026

Ein Blick auf Belastungen, Sorgen und offene Fragen an die Menschen in Hürth

Viele Menschen in Hürth haben es in den letzten Tagen selbst erlebt. In dieser Woche stand Nordrhein-Westfalen erneut still: Am Montag legte ein ganztägiger Warnstreik im kommunalen Nahverkehr große Teile des öffentlichen Lebens lahm. Daher blieben Busse und Bahnen in vielen Städten in den Depots. Betroffen waren unter anderem Köln, Düsseldorf, Dortmund und Münster. (Quelle: Internet www.ruhr24.de , 02.02.2026 von Tobias Arnold, Daniele Giustolisi). Am Dienstag folgten weitere Einrichtungen dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi. Dabei kämpft die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. (Quelle: www.verdi.de, 03.02.2026, Tarifrunde der Länder 2026 in NRW)

Für viele Menschen in Hürth bedeutete das, verspätete Wege zur Arbeit, ausgefallene Termine, organisatorischer Stress. Für andere wiederum sind die Streiks ein wichtiges Signal, ein Ausdruck dafür, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst mehr Anerkennung und bessere Rahmenbedingungen einfordern.

Doch jenseits der unmittelbaren Auswirkungen stellen sich weitere Fragen.

Zwischen berechtigten Forderungen und wirtschaftlicher Realität

Höhere Löhne können für viele Beschäftigte dringend notwendig sein, gerade in Zeiten, in denen die Lebenshaltungskosten spürbar steigen. Gleichzeitig warnen Ökonominnen und Ökonomen vor einer möglichen Lohn-Preis-Spirale: Steigen die Löhne stark, erhöhen Unternehmen häufig ihre Preise, was wiederum die Inflation antreibt. In den vergangenen fünf Jahren lag die Inflation in Deutschland im Durchschnitt bei über 10 %. (Quelle: www.nesu.de, 06.01.2026, Jonas Neustadt)

die Wirtschaft, einst Garant für unseren Wohlstand, leidet unter ungünstigen Bedingungen in Deutschland

Diese Entwicklung trifft alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig davon, ob sie selbst im öffentlichen Dienst arbeiten oder nicht.

Eine Wirtschaft im Umbruch und Arbeitsplätze, die verschwinden

Parallel dazu befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer schwierigen Phase. Viele Unternehmen verlagern zunehmend Arbeitsplätze ins Ausland. Laut einer Analyse von EY plant fast jedes dritte Industrieunternehmen, Stellen außerhalb Deutschlands aufzubauen; rund 29 % wollen konkret Arbeitsplätze verlagern. (Quelle: www.ey.com, 01.11.2024, deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisation) Zwischen 2021 und 2023 wurden dadurch über 70.000 Stellen in Deutschland abgebaut. (Quelle: www.arbeits-abc.de, 25.11.2025, Fred Eichwald)

Diese Entwicklungen verunsichern viele Menschen. Wenn Arbeitsplätze verschwinden und gleichzeitig die Preise steigen, wächst die Sorge um die eigene Zukunft.

All diese Entwicklungen sind längst im Alltag der Menschen angekommen.

Lebenshaltungskosten steigen, auch in Hürth

Die Belastung ist längst im Alltag angekommen:

• Lebensmittelpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Selbst Grundnahrungsmittel wie Brot oder Brötchen kosten heute spürbar mehr als noch vor wenigen Jahren.

• Mieten machen inzwischen fast ein Viertel des verfügbaren Haushaltseinkommens aus, im Durchschnitt 24,5 % laut Eurostat. (Quelle: www.statista.com, 03.07.2025, J. Rudnicka) Haushalte mit geringem Einkommen sind besonders betroffen.

• Allgemeine Lebenshaltungskosten liegen für eine Einzelperson inzwischen bei durchschnittlich über 720 € pro Monat, ohne Miete. (Quelle: www.livingcost.net)

Auch in Hürth steigen die Mieten seit Jahren kontinuierlich. Wenn Löhne nicht Schritt halten, wird es für viele Menschen immer schwieriger, sich ein Leben in unserer Stadt zu leisten.

Was denken Sie?

Die aktuellen Streiks werfen Fragen auf:

• Wie erleben Sie persönlich die Auswirkungen?

• Finden Sie die Forderungen der Gewerkschaften angemessen?

• Machen Ihnen steigende Preise und wirtschaftliche Unsicherheiten Sorgen?

• Wie sollte die Politik reagieren, um sowohl Beschäftigte als auch Bürgerinnen und Bürger zu entlasten?

In Gesprächen mit vielen Menschen in Hürth spüre ich, wie unterschiedlich die aktuellen Entwicklungen wahrgenommen werden. Manche sind erleichtert, dass ihre Anliegen gehört werden, andere fühlen sich durch die Streiks zusätzlich belastet. Mir ist wichtig, dass wir trotz dieser Unterschiede miteinander im Austausch bleiben. Nur so können wir verstehen, was unsere Stadt bewegt.

Ihre Meinung ist wichtig. Schreiben Sie, diskutieren Sie mit und gestalten Sie die Zukunft unserer Stadt aktiv mit.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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