Gut vorbereitet entscheiden, großer Andrang beim Infoabend zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Der Hospizverein Hürth, der Betreuungsverein Lebenshilfe NRW und die katholische Kirche luden zu einem Informationsabend ein, der eindrücklich zeigte, wie wichtig Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung im Ernstfall sind.
Deutlich mehr Menschen als erwartet kamen. Dabei gilt ein besonderer Dank der katholischen Kirche, die die Veranstaltung über ihre Medien bewarb und die Räumlichkeiten bereitstellte. Annette Neumann, Vorsitzende des Hospizvereins Hürth, begrüßte die Besucherinnen und Besucher und eröffnete den Abend. Der Abend zeigte einmal mehr, wie stark das Engagement für Vorsorgethemen in Hürth gewachsen ist und wie wichtig solche niedrigschwelligen Angebote für die Stadtgesellschaft sind.
Rechtsanwalt Benedikt Merten vom Betreuungsverein Lebenshilfe NRW führte anschließend durch die rechtlichen Grundlagen der Vorsorgevollmacht und Betreuung. Dabei machten seine vielen praktischen Hinweise und klaren Erklärungen das komplexe Thema für das große Publikum gut verständlich. Die zahlreichen Rückfragen zeigten, wie groß der Informationsbedarf ist.



Einen persönlichen Einblick gab Inge Sauren, Koordinatorin des Hospizvereins. Sie berichtete von der Situation, als ihr Vater unerwartet ins Krankenhaus kam und keine Vorsorgeunterlagen vorlagen. Der behandelnde Arzt durfte ihr zunächst keine Auskunft geben. Erst nach mehreren behördlichen Schritten erhielt sie die nötige Vollmacht. Ihre Geschichte machte deutlich, wie belastend fehlende Dokumente für Angehörige sein können.
Im Anschluss erläuterte Inge Sauren, welche Voraussetzungen für eine wirksame Patientenverfügung erfüllt sein müssen. Sie erklärte, dass darin möglichst konkret beschrieben sein sollte, welchen medizinischen Maßnahmen man zustimmt oder welche man ablehnt. Zudem betonte sie, dass eine Patientenverfügung sicher durchzusetzen ist, wenn sie schriftlich vorliegt.
Warum Vorsorge zählt
Die Referenten betonten, dass Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung nicht nur ältere Menschen betreffen. Ein Unfall oder eine plötzliche Erkrankung kann jeden treffen. Wer vorher festlegt, wer Entscheidungen treffen darf und welche medizinischen Maßnahmen gewünscht sind, entlastet Angehörige und sorgt dafür, dass der eigene Wille respektiert wird.
Der Hospizverein Hürth und der Betreuungsverein Lebenshilfe NRW bieten hierzu Beratung und Materialien an. Zudem stellt der Hospiz-Verein eine Vorsorgemappe bereit, die die Besucherinnen und Besucher zum Selbstkostenbeitrag mitnehmen konnten.
Fazit
Der Abend zeigte, wie groß das Interesse an klarer Orientierung ist. Die Mischung aus juristischen Hinweisen und persönlicher Erfahrung machte die Veranstaltung lebendig und unmittelbar relevant. Viele Besucher nahmen sich vor, sich zeitnah mit ihrer eigenen Vorsorge zu beschäftigen.