Druck auf das System, Wo Hürth mit Ablehnungen rechnen muss
Für einige Familien entscheidet sich bald, wie weit der Schulweg ihrer Kinder wird. Efferen ist am Limit, in Hermülheim soll die Deutschherrenschule Überhänge auffangen.
Ein besonderer Blick gilt der Deutschherrenschule in Hermülheim. Sie ist als Startchancenschule bereits im laufenden Schuljahr mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf im Schülerklientel befasst. Für das Schuljahr 2026/27 rechnet die Verwaltung zudem damit, dass es an den benachbarten Grundschulen in Efferen und Hermülheim zu Ablehnungen kommen wird. Die Deutschherrenschule muss deshalb neben den eigenen Anmeldungen vorsorglich zusätzliche Kinder aus diesen Einzugsbereichen aufnehmen. Aus diesem Grund sollen dort drei Eingangsklassen eingerichtet werden. Damit möchte unsere Verwaltung sowohl die Anforderungen des Startchancenprogramms erfüllen als auch die erwartbaren Überhänge aus Efferen und Hermülheim beschulen.
Deutliche Unterschiede zwischen Efferen und Hermülheim
Auffällig ist der deutliche Unterschied zwischen den beiden großen Schulstandorten Efferen und Hermülheim. In Efferen liegen sowohl die Don Bosco Schule mit 77 Anmeldungen als auch die Geschwister Scholl Schule mit 68 Anmeldungen klar über den Schwellenwerten. Beide Schulen befinden sich zudem in direkter Nachbarschaft. Beide Schulen liegen dicht beieinander. Daher haben vermutlich einige Kinder, zum Beispiel aus Efferen West, keinen kurzen Schulweg.
In Hermülheim zeigt sich ein anderes Bild. Während die GGS im Zentrum mit 75 Anmeldungen voraussichtlich Kinder ablehnen muss, verfügt die nahegelegene Deutschherrenschule mit 53 Anmeldungen rechnerisch über Kapazitäten für weitere Aufnahmen. Die Wohnsitzübersicht zeigt außerdem, dass viele Kinder aus Hermülheim in anderen Stadtteilen eingeschult werden. Dies sind etwa 24 Kinder in der Bodelschwingh-Schule oder 10 Kinder in der Carl-Orff-Schule.
Für Familien in Efferen könnte die angespannte Lage zukünftig die Wahl einer Grundschule in einem anderen Ortsteil bedeuten. Damit wird die Wohnsitzüberwachung zukünftig eine bedeutendere Rolle spielen. Derzeit möchten Verwaltung und Politik sicherstellen, dass Kinder tatsächlich im jeweiligen Schulbezirk wohnen und die Platzvergabe rechtssicher erfolgt.
Die Verwaltung müht sich den Herausforderungen gerecht zu werden
Die Verwaltung weist darauf hin, dass noch nicht alle schulpflichtigen Kinder angemeldet sind und sich die Anmeldesituation daher laufend verändert. In mehreren Ortsteilen liegen zudem noch ungeklärte oder nicht bestätigte Anmeldungen vor. Um die Wünsche der Eltern so weit wie möglich zu berücksichtigen, arbeitet die Verwaltung mit hohem Aufwand an einer präzisen Datenlage. Dazu führen die Mitarbeiter konsequent Überprüfungen fort und passen die Anmeldestatistik kontinuierlich an. Dieser fortlaufende Abgleich ist arbeitsintensiv, aber notwendig. Damit soll die Platzvergabe fair bleiben und möglichst viele Familien ihren bevorzugten Schulstandort erhalten können.
Ausblick: Entscheidungen im Frühjahr und langfristige Aufgaben
Die endgültigen Bescheide zur Schulplatzvergabe werden im Frühjahr erwartet. Bis dahin laufen Wohnsitzüberprüfungen, Datenabgleiche und Abstimmungen mit den Schulen weiter. Besonders die Carl-Orff-Schule steht unter Beobachtung. Sie liegt mit 57 Anmeldungen exakt auf der Schwelle zu drei Eingangsklassen. Schon wenige Abmeldungen könnten die Gesamtzahl der Klassen im Stadtgebiet reduzieren.
Langfristig zeigt die Vorlage deutlich, dass die Herausforderungen strukturell sind. Die Stadt wächst, die Heterogenität der Schülerschaft nimmt zu, und die räumlichen Kapazitäten vieler Standorte sind begrenzt. Unter diesen Bedingungen arbeitet die Verwaltung kontinuierlich daran, tragfähige Lösungen zu entwickeln und die Wünsche der Schulen nach kleineren Klassen mit den rechtlichen Vorgaben des Landes NRW in Einklang zu bringen. Die einheitliche Begrenzung auf 25 Kinder wird dabei als wichtiger Schritt gesehen, um pädagogisch stabile Rahmenbedingungen zu sichern und gleichzeitig flexibel auf Zuzüge reagieren zu können. Die Unterlagen machen deutlich, dass die Verwaltung trotz der komplexen Ausgangslage bemüht ist, die Belastungen für Schulen und Familien so gering wie möglich zu halten und die Klassenbildung im gesamten Stadtgebiet verlässlich zu steuern.