Die B265n zeigt, wie unsere Politik in NRW Infrastruktur scheitern lässt

von Saleh Mati am 3. Januar 2026

Die Ortsumgehung B265n sollte unsere Stadt entlasten. Heute steht sie für etwas anderes. Stillstand, fehlende Priorität und eine Politik, die Infrastruktur verspricht, doch sie anschließend nur schleppend voranbringt.

Die Ortsumgehung B265n sollte Hürth entlasten. Heute steht sie für etwas anderes. Daher wird die Ortsumgehung zu einem Symbol einer Verwaltung in NRW, die wichtige Projekte für Menschen und Unternehmen in unserer Stadt nicht voranbringt. Die Menschen in Hürth erleben das täglich im Stau. Und sie erleben, wie ein Projekt nach Jahrzehnten Planung und Jahren Bauzeit wieder stillsteht.

Ein Projekt ohne Termin und anscheinend ohne klare Führung

Der entscheidende Abschnitt der B265n bleibt unvollendet. Deshalb habe ich im Ausschuss mehrfach nach einem Termin gefragt. Der Bürgermeister antwortet jedes Mal: Es gibt kein Datum. Damals wirkte das ausweichend. Heute weiß ich, es gab tatsächlich kein Datum.

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete am 17.10.2024, dass Straßen.NRW weiterhin keinen Zugriff auf wichtige Grundstücke hat. Ohne diese Flächen kann niemand bauen. Das Problem ist seit Jahren bekannt. Trotzdem passiert nichts. Das ist kein technisches Problem, sondern vermutlich ein rechtliches Problem.

die Blutbuche in Hürth

Die Blutbuche fällt, der Fortschritt am Bau der Straße ruht

Die alte Blutbuche in Efferen ist weg. Viele Menschen hingen an diesem Baum. Die Stadt erklärte, er sei abgängig gewesen. Doch während der Baum fällt, ruht der Bau.
Das erzeugt Unverständnis. Die Bürgerinnen und Bürger sehen Eingriffe in der Natur. Aber sie sehen keinen weiteren Fortschritt bei der Ortsumgehung. So verlieren Verwaltung und Politik an Vertrauen.

Der Radweg soll frühestens 2027 kommen, Verkehrswende im Schneckentempo

Radio Erft meldete am 03.01.2026, dass der Radweg entlang der Luxemburger Straße zwischen Brühl und Hürth frühestens 2027 verbreitert wird. Die Planungen laufen. Aber sie laufen langsam.
Bis dahin bleibt der Radweg marode. Damit bleibt er gefährlich. Und er bleibt ein Symbol dafür, wie wenig Priorität sichere Radwege haben.

Der Traum von der Fahrradvorrangroute ist politisch gewollt, doch praktisch verschoben

Die Fahrradvorrangroute könnte ein starkes Signal für die Verkehrswende sein. Moderne Mobilität. Weniger Verkehr. Mehr Sicherheit. Doch laut Radio Erft kommt sie erst, wenn der vierspurige Ausbau abgeschlossen ist. Da es dafür kein Datum gibt, ist auch die Fahrradvorrangroute auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ist das ein politisches Muster für Bau und Fortschritt in unserem Land?

Die Verzögerungen scheinen keine Seltenheit zu sein. Vielmehr sind die Ursachen häufig die gleichen:
– viele Zuständigkeiten und Vorschriften
– fehlende Priorität
– keine verlässlichen Zeitpläne
– unzureichende Verantwortung für ein Projekt

So entsteht Stillstand. Und Stillstand wird zum System.

Hürth braucht Klarheit und einen verlässlichen Zeitplan

Die Menschen in Hürth haben genug gewartet. Sie brauchen klare Aussagen. Sie brauchen verbindliche Termine. Und sie brauchen einen verlässlichen Zeitplan von den Landesbehörden und Straßen. NRW. Die B265n ist mehr als eine Straße. Sie ist ein Test, ob wir in NRW Infrastruktur noch hinbekommen. Daher sollten wir beweisen, dass wir in der Lage sind, Infrastruktur zu bauen und der Verkehr mit Auto, Fahrrad und zu Fuß wieder fließt.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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