Bezahlbares Wohnen in Hürth — Schön gebaut, knapp durchdacht

von Saleh Mati am 11. November 2025

keine Umkehr in der Wohnungspolitik zu erkennen

In den letzten Jahren entstand in Efferen West ein Quartier, das auf den ersten Blick wie ein lokales Erfolgsprojekt wirkt: Einfamilienhäuser mit ansprechender Klinkerfassade, schöne Mehrfamilienhäuser, Spielplätze und ein Nahversorger — dazu vereinzelt Häuser mit Holzelementen, die die Grünen für besonders nachhaltig erklärten. Für viele Menschen ist das ein schönes Bild von Heimat; für andere ist es ein Beleg dafür, dass gutes Gestalten allein nicht reicht, wenn der dringend benötigte bezahlbare Wohnraum fehlt.

Die politische Verantwortung liegt klar sichtbar auf dem Tisch. CDU und Grüne bilden die Koalition, die diese Projekte entschieden vorantrieb; die SPD trägt durch ihr wiederholt zustimmendes Verhalten dazu bei. Wo eine echte soziale Wohnbaupolitik nötig gewesen wäre, blieben konkrete Ergebnisse aus.

Ein weiterer besonders schmerzlicher Moment war die Debatte um eine größere Fläche in Hürth‑Hermülheim an der Wilhelm Rieländer Straße. Dort hätte Raum für zahlreiche öffentlich geförderte Wohnungen entstehen können. Stattdessen entschieden CDU und Grüne sich für die Ausweisung eines Gewerbegebiets; die SPD unterstützte diese Richtung erneut.

kurzes Aufbäumen der SPD

Kurz vor der Kommunalwahl warb die SPD wieder mit ihrem Einsatz für bezahlbaren Wohnraum. In der ersten Sitzung nach der Kommunalwahl diskutierte der Ausschuss über ein großes Neunbaugebiet am Rangierbahnhof in Hürth Hermülheim. Hier sollen über 400 neue Wohnungen entstehen. Diesmal zumindest ein zarter Versuch der SPD-Fraktion, das Thema sozialer Wohnungsbau zu besetzen. Nur erfuhr der SPD-Antrag eine Abfuhr von der Koalition aus CDU und Grünen. Das kurze Aufbäumen der SPD hatte eine Ende. Die Realität, wie vor der Kommunalwahl, stellte sich wieder ein. Die SPD stimmte letztlich mit CDU und Grünen dafür, das Gebiet ohne öffentliche Förderung zu entwickeln. Damit waren die Zustände, wie vor der Kommunalwahl wieder hergestellt. Und in Hürth scheint es wieder keinen bezahlbaren oder öffentlich geförderten Wohnraum in einem größeren Neubaugebiet geben.

Die Stille der damaligen SPD‑Fraktionsvorsitzenden Margit Reisewitz während dieser Debatte hinterlässt dabei einen bitteren Nachgeschmack. Die Menschen mit kleinerem Geldbeutel bleiben ohne Fürsprecher in den entscheidenden Momenten. Die Linke ist im neuen Stadtrat als Gruppe vertreten. Dass die Linke bereits ankündigte, dem Bebauungsplan kritisch gegenüberzustehen, zeigt, wie sehr dieses Thema die Gemüter bewegt und wie dringend ein Kurswechsel nötig ist.

Die Offenlage des Bebauungsplans gibt nun den Bürgerinnen und Bürgern die Chance, ihre Bedenken zu äußern. Ich werde weiter berichten und Euch informieren — denn Hürth braucht nicht nur schöne Fassaden, sondern vor allem bezahlbaren und öffentlich geförderten Wohnraum, damit alle hier eine echte Chance auf ein Zuhause haben.

Hier der Link zu meinem Video https://youtu.be/OLD_WOwDomk

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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