Podiumsdiskussion der Kandidaten zur Bundestagswahl

von Saleh Mati am 20. September 2017

Dieselskandal

Die Lokalmedien aus dem Rhein-Erft Kreis veranstalteten eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten zur Bundestagswahl. Vertreten war Herr Dr. Georg Kipples (CDU), Dierk Timm (SPD), Rüdiger Warnecke (Bündnis 90 / Grüne), Christian Pohlmann (FDP), Franz Pesch (AFD) und Zeki Gökhan (Die Linke).

Die Diskussion dauerte knapp zwei Stunden. Dabei sprachen die Moderatoren Bernd Rupprecht und Ulf–Stefan Dahmen viele interessante Themen an. Das Ziel  ist es, in meinem Bericht die Antworten der Kandidaten umfassender darzustellen.

Das erste Thema war der Dieselskandal und der „Schadensersatz“ bzw die „Entschädigung“ für die Verbraucher.

Schadensersatz für Käufer von Dieselfahrzeugen

Dierk Timm verlangte, dass wenn die Hersteller ein Auto der Norm Euro 6 verkauft haben, dieses auch dem Verbraucher hinstellen. Daher sollten die Käufer von betroffenen Dieselfahrzeugen Schadensersatz erhalten. Dazu sollte eine Mustervestellungsklage die Interessen der Verbraucher bündeln. Gleichzeitig sind hierdurch die Kosten für den Einzelnen zu reduzieren.

Rüdiger Warnecke stellte zu dem Thema die Frage, ob nicht die Aktionäre von VW gegen den Vorstand Strafanzeige stellen sollten, da diese das Vermögen der Aktieninhaber veruntreut haben. Zudem gab er zu Bedenken, dass der Dieselskandal das Vertrauen der Bürger in die großen Industriekonzerne beschädigt. Er warnte, dass „wir mit einer solchen Industrie, nicht mehr die Zukunft gestalten können“.

Herr Gökhan von den Linken behauptete, dass seit Bekanntwerden des VW Abgasskandals im Jahr 2015 ca. 20.000 Menschen gestorben sind. Er führte weiter aus, dass die Autokonzerne gleichzeitig Milliardengewinne machen.

Schadensersatz allein stellt den Käufer womöglich nicht zufrieden

Chrisitan Pohlmann ist der Meinung, dass die Verbraucher ein Recht auf Schadensersatz haben und es eine Musterverstellungsklage geben sollte. Zudem gab er zu Bedenken, dass mit einem möglichen „Hardwareupdate“ die Autos keine 200.000 km halten, sondern nur noch 100.000 km. Damit gibt es weitere Ansprüche auf Schadensersatz für die Verbraucher. Daher ist auch das Hardwarupdate „Betrug am Verbraucher“.

Franz Pesch sprach sich ebenfalls für eine Entschädigung der Dieselfahrer aus und zog den Vergleich von Vorstandsmitgliedern, die Millionen an Abfindung bekommen, während der Fahrer eines Diesel PKWs einen größeren Wertverlust seines Autos selber trägt.

Dr. Georg Kipples differenzierte bei diesem Thema und gab zu Bedenken, dass der alleinige „Schadensersatz“ eventuell den Verbraucher nicht zufrieden stellt. Was nützt ein Schadenersatz für technische Mängel, wenn er nachher nicht mit dem Auto zur Zufriedenheit fahren kann. Eine wirtschaftliche Entschädigung ersetzt nicht den technischen Zustand des Autos. Herr Dr. Kipples fordert eine Entschädigung, die dem Verbraucher mit dem Auto das machen lässt, was er wollte, nämlich unbehelligt in den Großstädten zu fahren.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004

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